Politische Gespräche mit Experten zur Kinder-und Jugendgesundheit

Politischer Austausch zur Kinder- und Jugendgesundheit in Berlin

Systemische und organisatorische Defizite, mangelnde Prävention, zu viel Bürokratie und ein fehlendes Problembewusstsein: Der Gesundheitszustand vieler junger Menschen verschlechtert sich und wird nicht priorisiert 

MdB Erich Irlstorfer (CSU) – Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Kinder- und Jugendmedizin – lud am 21.02.2024 Experten und Expertinnen nach Berlin ein, um einen Austausch zu den Herausforderungen in der Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland zu eröffnen.

Die Veranstaltung brachte Bundestagsabgeordnete und politische Vertreter mit 35 Akteuren aus verschiedenen Bereichen zusammen, darunter ärztliche Fachgesellschaften, die Stiftung Kindergesundheit sowie Tagespflegeeinrichtungen und Kinderkrankenpflege. Ziel war es, den medizinischen und pflegerischen Bedarf von Kindern und Jugendlichen ins Zentrum des Gesundheitswesens zu rücken. rehaKIND war im Rahmen seines Engagement beim Aktionsbündnis (AKB) dabei:

Verbesserte politische Priorisierung dringend notwendig

Bei den Berliner Gesprächen über die Kinder- und Jugendgesundheit in Deutschland wurde die dringende Notwendigkeit für eine verbesserte politische Priorisierung und Wertschätzung der jungen Generation deutlich. Kinder im Alter von 0-14 Jahren und Jugendliche im Alter von 14-24 Jahren machen zusammen fast ein Viertel der Gesamtbevölkerung Deutschlands aus. Trotzdem bleiben Kinder und ihre Gesundheit oft vernachlässigt und unzureichend berücksichtigt. Insbesondere die Betreuung von chronisch kranken, behinderten und komplex versorgten Kindern und Jugendlichen erfordert dringende Aufmerksamkeit.

Der Gesundheitszustand vieler junger Menschen verschlechtert sich

Krankheiten werden frühzeitig chronisch. Mentale und psychische Erkrankungen nehmen zu, während das Gesundheitssystem unvorbereitet ist und unter chronischer Unterfinanzierung leidet.

Systemische und organisatorische Probleme 

Eine Vielzahl von Herausforderungen wurde identifiziert, darunter Probleme in der Pflegeausbildung, organisatorische Schwierigkeiten in der außerklinischen Intensivpflege, mangelnde Prävention im Gesundheitswesen sowie komplexe bürokratische Prozesse und fehlende Koordination zwischen den Sozialsystemen. Der föderale Aufbau erschwert zudem die Implementierung von Gesundheitskompetenz in Kitas und Schulen.

Fehlendes Problembewusstsein – wir müssen reden

Die Herausforderungen sind enorm, allgemeine Forderungen nach Sicherung des ärztlichen Nachwuchses, ausreichender Finanzierung und Reduzierung von Bürokratie liegen auf dem Tisch. Es fehlt das Problembewusstsein bei den politischen Entscheidungsträgern und ein Verständnis für komplexe Sachverhalte. Politische Entscheidungsprozesse sind nicht an den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet.

Die Anliegen dieser Gruppe müssen in den politischen Diskurs

Es liegt an uns: Ein digitales Meeting des AKB mit MdB Nehazad Baradari (SPD) ergab, dass wir unsere Öffentlichkeitsarbeit verstärken müssen: Auf Initiative des AKB liegt ein Gesetzesentwurf des GSVG (Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz) mit Lösungen für die unbürokratischere Versorgung komplex versorgter Kinder und Jugendlichen vor. Politische Entscheidungsträger müssen deutlicher für die dringenden Probleme und Bedürfnisse dieser Gruppe sensibilisiert werden und die Notwendigkeit von Systemänderungen betont werden, um diesen Gesetzesentwurf in die Umsetzung zu bringen.

Kinder sind unsere Zukunft – alle Kinder! Wir müssen deren Belange ENDLICH priorisieren!

Kinder werden von der Politik nicht mit der gebotenen Wertschätzung und Priorisierung behandelt. Nur über eine verstärkte Zusammenarbeit und ein breites Engagement kann es gelingen, die Gesundheit und damit die Zukunft aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland nachhaltig zu verbessern.