Ampel-Aus trifft medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen
rehaKIND zum Aus der Ampel-Regierung und den daraus resultierenden Folgen für die medizinische Versorgung von Kindern und jungen Menschen.
Enttäuschte Gesichter bei Betroffenen, Familien, Versorgern: Das Omnibusgesetz, in dem z.B. Gesundheitskioske, Entbudgetierung der Hausärzte, aber auch die Entbürokratisierung der Hilfsmittelversorgung behinderter Kinder enthalten ist, wird nicht mehr umgesetzt. Das ist die Einschätzung der Lage bei den politisch Beteiligten. Die dingend benötigte Stärkung der Kinder- und Jugendmedizin ist erneut dem politischen Machtgerangel geopfert worden.
„Dafür werden sich im aktuellen Bundestag keine Mehrheiten mehr finden, und es ist auch leider im Ranking der Politik „nicht so wichtig“ – der Wahlkampf hat begonnen.“ Sagt Christiana Hennemann, Geschäftsführerin des Netzwerks rehaKIND e.V. und geht bereits auf potientielle Gesprächspartner:innen einer neuen Regierung zu.
Aufgeben ist nicht die Sache von rehaKIND – Gespräche und Lösungen suchen sehr wohl!
Neben Krisengesprächen mit Patientenvertreter:innen, Selbsthilfen, Krankenkassenverbänden gibt es zwei Möglichkeiten, diesen kleinen und für Familien so wichtigen Teil der Beschleunigung der Hilfsmittelversorgung umzusetzen:
1. Versuch, über die Hilfsmittelrichtlinie die beschleunigte Genehmigung ohne MD-Prüfung bei Versorgungen aus einem SPZ einzubeziehen
2. eine Eingabe in Form eine Änderungsantrages und im Anschluss als Einzelgesetz durch das BMG im Bundestag
Leider steht zu befürchten, dass in dieser Phase sinnvolle Regelungen zum Wohle der Patienten nicht mehr umgesetzt werden.
Für diesen kleinen Bereich der Kinderversorgung ist das bitter – 4 Jahre intensive Überzeugungsarbeit auf allen Ebenen und mit dem Aktionsbündnis für bedarfsgerechte Heil – und Hilfsmittelversorgung ist dahin. Und es war ja bereits vom Parlament und allen Beteiligten konsentiert – das Scheitern findet wirklich auf den letzten Metern statt!
Mitglieder des Aktionsbündnis äußern sich enttäuscht und dennoch kämpferisch:
C.Lechleuthner: Als betroffene Mutter und berufstätige Ärztin belasten unverständliche und unsinnige Bestimmungen meinen Alltag – hier ein Beispiel: Die notwendige Rehamaßnahme meines Sohnes wird als ambulante Reha nicht von der Krankenkasse bezahlt, für 7 Tage Klinikaufenthalt und eine Familienhilfe für die Zeit ist das Geld da. Ich muss aber Urlaub nehmen und falle als Ärztin aus, wo ist da der Sinn?
M. Dreesmann: Wir brauchen JETZT! und DRINGEND! eine Finanzierung der Vorhaltekosten in der stationären Kinder- und Jugendmedizin. Das DRG-System hat ausgesorgt. Rechnungsrückweisen, Prüfquoten und Ablehnungen: Das jetzige System schluckt wichtige Ressourcen bei Ärzt:innen und Verwaltung und hat keinen positiven Effekt auf die medizinische Versorgung von Kindern. Das macht keinen Sinn.
C. Hennemann: Teilhabe für behinderte Kinder/ Menschen ist ein Rechtsanspruch. Bei der Umsetzung werden Betroffene regelmäßig durch bürokratische Genehmigungs- und Beantragungsverfahren abgeschreckt und deren Umsetzung durch willkürliche und sachlich falsche Ablehnungen verzögert. Wenn wir jetzt mühsam konsentierte Kompromisse und Lösungen neu diskutieren müssen, ist das angesichts knapper Kassen das Einfallstor für Rückschritte.
Die Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Versorgung behinderter und chronisch kranker Kinder beobachtet rehaKIND aufmerksam.
