Das Alktionsbündnis Hilfsmittelversorgung freut sich über den aktuellen Erfolg

Etappensieg zur Entbürokratisierung der Hilfsmittelversorgung

Der Prozess Hilfsmittelversorgung wird entbürokratisiert – die 4. Stellungnahme fordert die Politik zur schnellen Umsetzung auf

Die Historie eines erfolgreichen Bündnisses aus bürgerlichem und politischen Engagement:

Die Petition einer engagierten Mutter eines komplex behindertem Sohnes mit 55.000 Unterschriften, ein „Aktionsbündnis für bedarfsgerechte Heil- und Hilfsmittelversorgung“ aus Betroffenen und Fachleuten, viel Engagement und Öffentlichkeitsarbeit, engagierte politische Akteure und Fürsprecher und „glückliche“ Umstände führen zum Ziel: Die Genehmigung der Hilfsmittelversorgung behinderter Kinder/ Menschen von bürokratischen Barrieren im Genehmigungsprozess zu entlasten.

Folgender Aufwand bei der Genehmigung einer Hilfsmittelversorgung enthält keinen Mehrwert an Versorgungsqualität: Dies sind vor allem lange Bearbeitungszeitdauern, ein hoher Begründungsaufwand, häufige Ablehnungen mit dann erforderlichen Widerspruchsverfahren, unterschiedlichen Zuständigkeiten der Leistungsträger u.v.m.. In der Folge dieser prozesshaft verzögerten oder fehlenden Versorgung wird bei Kindern und Jugendlichen die Entwicklung behindert. Dies bedeutet oft einen wochen- oder monatelangen Ausschluss von Teilhabe an Bildung, Arbeit, oder sozialem Leben in allen Altersstufen und gefährdet die Selbstbestimmung. Keinesfalls ist diese Prozess präventiv und auf rechtzeitige Versorgung und entwicklungsadäquate Versorgung ausgelegt. Die mehrheitlich erfolgreichen Widerspruchsverfahren zeigen, dass die zuvor eingereichten Versorgungen zu Unrecht von den Krankenkassen abgelehnt wurden.

Dies markiert einen echten „Etappensieg“ auf dem Weg zur besseren individuellen Versorgung von komplex behinderten Kinder- und Jugendlichen. Nach drei Jahren nimmt der Bundestag Bezug auf die Petition und das Versprechen im Koalitionsvertrag, die Situation für Familien mit Kindern mit Behinderung und für die jungen Menschen selbst zu verbessern.

Das Aktionsbündnis (kurz AKB) steht stellvertretend für viele Betroffene, Familienangehörige und professionell Beteiligte in einem Gesundheitssystem, welches die sehr begrenzten Ressourcen auf allen Ebenen besser einsetzen könnte und sollte. Das AKB hat nun in seiner 4. Stellungnahme die aktuellen Forderungen für alle beteiligten Akteure zusammengefasst und erwartet nun eine zeitnahe Umsetzung.

Ganz besonders macht es uns in Zeiten „schriller“ Proteste Mut, mit einem Gegenentwurf aus Bürgerengagement, sachlichen Argumenten, einer lösungsbereiten Gesprächskultur und sinnvollen Bündnissen aus Betroffenen und Fachleuten zu einer notwendigen Veränderung betragen zu können. Davon braucht unsere Gesellschaft deutlich mehr.

Nachtrag: Im Referentenentwurf des GSVG (Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz) ist die Einbeziehung der MZEB eine weitere erfreuliche Entwicklung. Die Notwendigkeit, funktionierende Versorgungsprozesse zu etablieren und zu ermöglichen, scheint angekommen zu werden.

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