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Eindeutige Positionen zur Kinderreha

Hilfsmittelversorgung zum Wohle der Kinder und Jugendlichen mit Behinderung

Wir geben dieser kleinen aber besonderen Gruppe in unserer Gesellschaft eine Stimme.

 

                                                                                                                                                                                                       

Viel Engagement, gute Versorgung an individuellen Bedürfnissen orientiert bezahlbar machen, vorhandenes Budget sinnvoll nutzen zum Wohle der Kinder und Jugendlichen mit Behinderung - das sind die Triebfedern unserer Vereinsarbeit.

! Optimale Versorgung behinderter Kinder ist kein Luxus, sondern moralische Selbstverständlichkeit 

Es ist moralisch-ethisch verwerflich, an der optimalen Versorgung behinderter Kinder zu sparen, ihnen und ihren Eltern Hilfsmittel vorzuenthalten, oder durch Kürzungen im kleinstelligen Euro-Bereich die maximale Hilfe der Gesellschaft vorzuenthalten.

! Ergebnisqualität in der Kinderreha ist schnell messbar – und zahlt sich aus!

Das multidisziplinäre Team formuliert gemeinsam mit den Familien und Kindern die alltagsrelevanten Ziele für eine Hilfsmittelversorgung nach den Kriterien der ICF. So können diese jederzeit kurzfristig überprüft und ihre konkrete Erreichung gemessen werden. Eine gute Versorgung  von Kindern und Jugendlichen zeichnet sich durch die verantwortliche Einbeziehung aller Beteiligten aus. Wichtig ist eine Versorgung auf stets aktuellem Stand, mit gutem Ergebnis durch größtmögliche Zufriedenheit und Akzeptanz des Hilfsmittels.

 

rehaKIND e.V. steht für die weitere Entwicklung der Ergebnisqualitätsforschung, z.B. durch Studien oder Mitarbeit in der nationalen Versorgungs AG. Die praktische Anwendung  der ICF führt zu besseren Versorgungsergebnissen. Deshalb ist die die permanente Schulung aller Beteiligten im Gesundheitswesen, so wie die Verbreitung dieses Wissens in der Fachöffentlichkeit so wichtig.

! Versorgungsqualität ist Ergebnisqualität...

Um die Ergebnisqualität sicherzustellen, muss eine hohe Versorgungsqualität erhalten bleiben oder sogar gesteigert werden. Der überall im Gesundheitsmarkt herrschende Kostendruck darf nicht dazu führen,  dass die individuelle Versorgungsqualität auf der Strecke bleibt. Eine hohe und innovative Versorgungsqualität unterstützt das  Recht des Kindes auf ein selbstbestimmtes Leben und hilft langfristig Kosten zu sparen.

 

Wichtig ist, dass die Hilfsmittelversorgung von Kindern zukünftig wesentlicher Teil der Ausbildung und der Fort- und Weiterbildung wird.

! Kinder sind unser wertvollstes Gut – alle Kinder!

Niemand hat sich ein Leben mit Behinderung selbst gewählt, die Eltern haben sich aber für ihre Kinder mit Handicap entschieden. Diesen Familien muss der Alltag erleichtert werden durch Hilfsmittel, die dem Ausgleich nicht vorhandener Körperfunktionen und der Integration dienen. Frühzeitige sach- und fachgerechte Unterstützung durch die optimalen Hilfsmittel und Therapien bietet die einzige Möglichkeit, behinderte Kinder für ein selbstbewusstes, selbstständiges Leben zu rüsten!

! Sparen an der Kinderreha lohnt nicht...

Der kleine Bereich der Hilfsmittelversorgung behinderter Kinder hat lediglich einen Anteil von 0,17 Prozent am Budget der gesamten Gesundheitskosten. Selbst Einsparungen in einer Größenordnung von 10 oder sogar 20 Prozent führen hier nicht zu nennenswerten Kostensenkungen. Vielmehr spart ein gut versorgtes Kind langfristig Rehabilitationskosten und führt zu mehr Selbstständigkeit mit weniger Pflegeaufwand!

! Individualität wird großgeschrieben...

Immer ist es das einzelne unverwechselbare Kind, das behandelt und versorgt werden muss. Es hat seine spezifische eigene Behinderung und zeigt seine ganz persönlichen Einschränkungen. Somit muss für dieses Kind das passende Hilfsmittel gefunden werden, das durch kein anderes (etwa: weil ein ähnliches Hilfsmittel preiswerter oder ein gebrauchtes Hilfsmittel zur Verfügung steht) ersetzt werden kann. Unsachgemäße Anpassung von Hilfsmitteln führt zu volkswirtschaftlich hohen Folgekosten, die leicht zu vermeiden wären!

! Hilfsmittel dürfen nicht behindern ...

Gerade Kinder benötigen aufgrund ihres während des Wachstums extrem formbaren Körpers individuell angepasste Hilfsmittel, um Fehlentwicklungen zu vermeiden. Deshalb kann ein Wiedereinsatz von gebrauchten Hilfsmitteln sehr fragwürdig sein. Oft ist die Versorgung mit einem neuen Hilfsmittel wirtschaftlicher als der aufwändige Umbau eines alten Hilfsmittels aus einem Wiedereinsatzlager – und auch psychologisch sinnvoller: schließlich sollen die Hilfsmittel zur Integration beitragen und nicht eine Ausgrenzung fördern!

! Kinder brauchen interdisziplinäre Zusammenarbeit...

Die optimale Hilfsmittelversorgung geschieht immer in Absprache mit Eltern, Therapeuten und auf ärztliche Verordnung hin und kann niemals beliebig ausgetauscht werden. Fallpauschalisierte Versorgungen, Kontingentkäufe und Ausschreibungen als scheinbares Mittel der Kostendämpfung in der Kinderreha stehen im Gegensatz zur Einzigartigkeit der Kinderversorgung!

! Inklusion ist die! gesellschaftspolitische Herausforderung...

Bei der Umsetzung der Inklusion sind für den Bereich der Kinderrehabilitation insbesondere die Schulen betroffen. Mit dem inklusiven Unterricht behinderter Kinder und Jugendlichen in Regelschuleinrichtungen wird der Anspruch auf Teilhabe und Inklusion umgesetzt.

 

Im Rahmen der Hilfsmittelversorgung tauchen viele ungeklärte Fragen bei Eltern, Therapeuten, Pädagogen, Herstellern und Fachhändlern auf. Insbesondere die Regelschullehrer werden vor gänzlich neue Aufgaben bei der Betreuung hilfsbedürftiger Kinder gestellt. Hier werden den Pädagogen neben ihrem eigentlichen Bildungsauftrag auch weitere Qualifikationen und Kenntnisse abverlangt werden.

 

Einfachere, leichter handhabbare Hilfsmittel, ein Ansprechpartner für Notfälle, Schulung im Gebrauch der Hilfsmittel, leicht verständliche Anleitungen zur Benutzung und regelmäßige Prüfintervalle sind nach Erfahrung von rehaKIND nur einige Wünsche der Pädagogen. Diesen Bedarf können die Hersteller und der Fachhandel mit Schulungen und Informationen vor Ort abdecken.

 

Auch bei der Finanzierung der Hilfsmittel sind Fragen der Zuständigkeit ungeklärt und stehen unter dem Druck der knappen Haushaltsmittel, gerade bei den unterschiedlichen Sozialleistungsträgern. Nach wie vor hat jedoch jedes einzelne Kind seinen individuellen Hilfsmittelanspruch.

! Transition muss gesichert sein...

Für Jugendliche mit komplexen Krankheits- und Behinderungsbildern stellt der Übergang von der Kinder- und Jugendmedizin zur Erwachsenenmedizin ein ungelöstes Problem dar. Kindern und ihren Familien steht eine Versorgungsbegleitung durch spezialisierte Teams aller Fachdisziplinen in Kliniken und Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) zur Verfügung. Das Fehlen solcher Versorgungsstrukturen für junge Erwachsene ist ein großes Hindernis für die Transition. So bleiben oft  notwendige medizinische Untersuchungen bei jungen Erwachsenen und Therapien aus. Dadurch  verschlechtern sich Körperfunktionen unnötigerweise, psychosoziale Probleme kommen hinzu. Mit der Einführung von Medizinischen Zentren für Erwachsene mit Behinderung, kurz MZEB, oder Übergangsregelungen für Kliniken und SPZ muss eine entsprechend flächendeckende Versorgungslandschaft geschaffen werden.

! Wiedereinsatz ist begrenzt möglich...

In bestimmten Versorgungsbereichen und bei bestimmten Produkten kommt sicherlich ein Wiedereinsatz in Betracht. Dabei muss jedoch immer der individuelle Hilfsmittelanspruch und damit auch die Individualität des Kindes gewahrt bleiben.

 

Um einen Wiedereinsatz sicher zu gewährleisten, muss die Geschichte des Produkts bekannt sein. Nur so lässt sich nachvollziehen, ob ein sicherer und funktionstauglicher Wiedereinsatz möglich ist.

! Netzwerke optimieren den Versorgungsprozess...

Netzwerke optimieren den Versorgungsprozess und sorgen so für mehr Ergebnisqualität.

 

Hierzu gehören auf der einen Seite die Netzwerke, die im Rahmen der multidisziplinären Zusammenarbeit der individuellen Versorgung dienen. Hierbei hilft der Einsatz des rehaKIND-Bedarfsermittlungsbogens (BEB). Ebenfalls von Bedeutung sind die übergeordneten Netzwerke und die damit verbundene multidisziplinäre Zusammenarbeit, wie sie sich z. B. aus Kongressen oder der Zusammenarbeit mit anderen Verbänden ergibt.

 

rehaKIND unterstützt und berät Netzwerke zum Thema Hilfsmittel.

! Eigenanteile, Aufzahlungen und ähnliches...

Es muss sichergestellt werden,  dass die grundsätzliche, individuell erforderliche Hilfsmittelversorgung durch den zuständigen Kostenträger übernommen wird. Darüber hinaus sind Eigenanteile und Aufzahlungen grundsätzlich zu akzeptieren, wenn über die Leistung des Kostenträgers hinaus eine höherwertige Versorgung gewünscht wird.

 

Neben dieser Art von Aufzahlung gibt es ebenfalls Eigenanteile für  Produkte, die ohne die behindertengerechte Ausstattung auch sonst zur täglichen Lebensführung angeschafft würden. Hier entspricht die vorliegende Empfehlungsliste der Krankenkassen nach Auffassung von rehaKIND nicht der Lebensrealität der zu versorgenden Kinder.

 

Die Fördergemeinschaft erarbeitet deshalb eine Alternativliste, die sich an den tatsächlichen, aktuellen und typischen Gegebenheiten orientiert.

 

 

 

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