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Essener Appell

Essener Appell zur Kinderreha – 10.04.2008

Kinderreha ist kein Luxus sondern eine gesellschaftliche Verpflichtung!                                                                                                                                                                                                       

Im Zuge der Gesundheitsreform gibt es viele schmerzhafte Einsparungen, deshalb hat sich rehaKIND zusammen mit Vertretern von Kostenträgern, Ärzten, Therapeuten, Herstellern, Fachhändlern und betroffenen Eltern auf den Weg gemacht, das Besondere der Kinderrehabilitation festzuschreiben und zu dokumentieren.

Dazu trafen sich am 10. April 2008 in Essen auf Initiative von rehaKIND e.V. über 65 Vertreter von Herstellern, Fachhändlern, Kostenträgern, dem MDK, Ärzten, Therapeuten und Betroffenen zu einem interdisziplinären Gespräch über die Besonderheiten der Kinderreha. Der Essener Appell zur Kinderreha wurde maßgeblich von Kostenträgervertretern mit erarbeitet und als einmalige gemeinsame Resolution dort verabschiedet und unterschrieben. Insofern ist diese Resolution wirklich zukunftsweisend.

Kinderreha ist kein Luxus sondern eine gesellschaftliche Verpflichtung!

In Deutschland werden jährlich ca. 9000 behinderte Kinder mit Hilfsmitteln versorgt.

Hier sind Einsparungen bei der Hilfsmittelversorgung außerhalb jeder budgetrelevanten Größenordnung. Vielmehr spart ein gut versorgtes Kind langfristig Rehabilitations- und Pflegekosten.

Frühzeitige sach- und fachgerechte Unterstützung durch die optimalen Hilfsmittel und Therapien bieten die einzige Möglichkeit, die Kinder für ein selbstbewusstes, selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu rüsten. Eine exakte Bedarfsanalyse und die gemeinschaftliche Definition individueller Versorgungsziele ist unabdingbare Voraussetzung jeder Kinderversorgung.

Die spezifische, eigene Behinderung und die ganz persönlichen Einschränkungen sind zu berücksichtigen. Gerade Kinder benötigen aufgrund ihres während des Wachstums extrem formbaren Körpers individuell angepasste Hilfsmittel, um Fehlentwicklungen zu vermeiden.

Aufgrund dieser hohen Individualität ist eine enge Kooperation mit einem kompetenten, stets verfügbaren Leistungserbringer unabdingbar. Dies hat auch der Gesetzgeber im SGB 5, § 127, Abs. 1 berücksichtigt und die Kostenträger verpflichtet, die Qualität der Hilfsmittel sowie die notwendige Beratung der Versicherten und sonstige erforderliche Dienstleistungen sicherzustellen und für eine wohnortnahe Versorgung der Versicherten zu sorgen.

Beim Wiedereinsatz von Hilfsmitteln sind auch die psychologischen Aspekte eines alten und gebrauchten Hilfsmittels für die betroffenen Eltern und Kinder zu beachten.

Hilfsmittel sollen zur Integration beitragen und nicht eine Ausgrenzung fördern.

Die optimale Hilfsmittelversorgung erfolgt immer in Absprache mit Eltern, Therapeuten und Arzt. Das verordnete Hilfsmittel kann niemals beliebig ausgetauscht werden, ohne die Zielsetzung des Versorgungsplans zu berücksichtigen und die Betroffenen mit einzubeziehen. Hierzu hat die Internationale Fördergemeinschaft rehaKIND e.V. Bedarfsermittlungsbögen für die Kinderreha – als Anlage zur Verordnung - entwickelt. Damit ist die Dokumentation, Nachbetrachtung und -beurteilung und vor allem eine gemeinsame Zielvereinbarung von Eltern, Ärzten, Therapeuten, Leistungserbringern u.a Beteiligten gegeben.

Die Sicherung der Versorgungsqualität erfordert eine eindeutige Dokumentation der Versorgungsziele und die Versorgungsplanung durch zertifizierte Reha-Berater. Nur so ist eine Optimierung der Versorgungsprozesse und die Garantie eines sinnvollen Mitteleinsatzes in der Kinderrehabilitation möglich.

Entscheidend für den Erfolg der Kinderreha ist eine hohe Ergebnisqualität der Gesamtversorgung, d.h. Hilfsmittel mit erforderlicher Anpassung und Betreuung. Dies unterstützt die optimale Entwicklung des Kindes und die Akzeptanz der Versorgung durch die Familien.

Die Mitglieder der Internationalen Fördergemeinschaft Kinder- und Jugendrehabilitation rehaKIND e.V. und alle Tagungsteilnehmer appellieren dringend:

Alle Kinderversorgungen müssen aufgrund der hohen Individualität, ihrer langfristigen Wirkung und Relevanz sorgfältig geplant und mit einer Sprache kommuniziert werden. Der Wiedereinsatz von Produkten muss maßvoll und auf Basis der therapeutischen Notwendigkeiten erfolgen. Die Herstellung und Abgabe von Kinderreha-Hilfsmitteln kann nur durch speziell zertifizierte Leistungserbringer erfolgen. Hierzu bietet sich rehaKIND e.V. als neutrale Plattform für einen verbesserten Dialog aller Beteiligten an.

rehaKIND e.V. arbeitet mit allen an der Versorgung Beteiligten daran, den Prozess zur Ermittlung, Sicherstellung und Nachvollziehbarkeit der Ergebnisqualität zu gestalten.

 

V.i.S.d.P. Internationale Fördergemeinschaft Kinder- und Jugend-Rehabilitation rehaKIND e.V., Christiana Hennemann, Saturnstr. 31, 44388 Dortmund

rehaKIND e.V.

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D - 44388 Dortmund

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